lensTESTER - Einführung

Mit dem lensTESTER haben Sie jetzt die Möglichkeit, verschiedene Qualitätsmerkmale Ihrer Fotoausrüstung von zu Hause aus zu beurteilen.

Die Fotografie erlaubt es die Realität einzufangen, sie zu verfremden und einen speziellen Moment mit anderen Menschen zu teilen. Doch was macht ein Foto zu einem guten Foto? Auf der künstlerischen Seite können die Meinungen zu einem Foto weit auseinander gehen. Bestimmte Aufnahmen ziehen uns in ihren Bann, lösen Emotionen aus oder geben diese wirkungsvoll wieder. Ob nun gut oder schlecht, die Bewertung liegt meistens im Auge des Betrachters.

Doch nicht nur der gestalterische Aspekt nimmt Einfluss, auch die Bildqualität spielt bei der Beurteilung eine Rolle. Unscharfe, schwach aufgelöste oder stark verrauschte Aufnahmen sind in der Regel unerwünscht, da sie sich negativ auf den Bildeindruck auswirken können. Aus diesem Grund werden die unterschiedlichsten Anforderungen an ein Kameraequipment gestellt, denn die Bildqualität bildet die Grundlage für ein gutes Foto.

Im Vordergrund stehen die Auflösung und das Kontrastverhalten. Bestehend aus einem hochwertigem Testchart und einer online-basierten Analyse, können mit dem lensTESTER die unterschiedlichsten Kamera-Objektiv-Kombinationen bequem von zu Hause getestet und ausgewertet werden. Das Poster inklusive der separaten Messfelder lässt sich im heimischen Wohnzimmer an einer freien Wandfläche anbringen und ermöglicht es ohne großen Aufwand verschiedene Testserien aufzuzeichnen.

lensTESTER erlaubt Ihnen

  • zu überprüfen, wie gut die Auflösung Ihrer Kamera-Objektiv-Kombination über das Bildfeld ausfällt.
  • das Centering für Ihre Objektive zu ermitteln
  • die Auflösung für unterschiedliche Blendenstufen auszuwerten
  • mehrere Bilder für eine Autofokus-Serie aufzunehmen, um die Treffsicherheit des Autofokus zu testen.
  • den Verlust der Auflösung in Bezug zu verschiedenen ISO-Stufen zu messen.

Darüber hinaus ist es möglich mit den Kameraparametern zu experimentieren, um so beispielsweise Ergebnisse für häufig verwendete Einstellungen, wie einem angepassten Kontrast- oder Schärfe-Wert, zu erhalten. Kunden, die sich für die Premium-Mitgliedschaft entscheiden, können Ihre Ergebnisse miteinander und zukünftig mit denen anderer vergleichen.

Warum wird ein Poster im Format A0 verwendet?

Der Markt bietet verschiedenste Kameramodelle. Der Sensor bildet dabei den grundlegenden Baustein und kann in Größe und Pixelanzahl variieren. Um zu gewährleisten, dass ein Testchart den Anforderungen der unterschiedlichen Megapixel-Sensoren gerecht wird, sind für die Auflösungsmessung entsprechend ausgelegte Siemenssterne erforderlich. Die Größe des Charts, die Anzahl der Schwarz-Weiß-Wechsel im Siemensstern sowie die Größe des Mittenmarkers legen fest, für welchen Megapixel-Bereich das Testchart ausgelegt ist.

Ist es beispielsweise für Kameras von 3 bis 30 Megapixel geeignet, können Testgeräte aus diesem Bereich getestet werden. Würden Kameras mit einem 50-Megapixel-Sensor verwendet, ließe sich keine umfassende Qualitätsbeurteilung anhand dieser Messergebnisse treffen.

lensTESTER ist für Kameras von 6 bis 70 Megapixel ausgelegt. Hieraus ergibt sich ein Poster im A0-Format.

Farbabweichung zwischen Poster und Subcharts

Uns ist bekannt, dass zwischen dem Poster und den einzelnen Chart-Elementen eine geringe Farbabweichung besteht. Die Ursache lässt sich durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren der Produktbausteine erklären. Um die feinen Linienpaare der Siemenssterne möglichst genau und detailliert auf eine Aufnahmevorlage zu bringen, erfolgt die Herstellung der Testelemente mittels Ausbelichtung auf Fotopapier. Schauen Sie sich das Zentrum eines Siemenssterns an, so können Sie bis zum Mittenmarker, die einzelnen Linien klar voneinander unterscheiden. Durch diese Präzision ist es möglich eine aussagekräftige Auswertung von Testaufnahmen megapixelstarker Kameras zu erhalten.

Allerdings ist die Ausbelichtung auf Fotopapier recht kostspielig. Würde das gesamte Poster auf diese Weise hergestellt, würden die Produktionskosten deutlich steigen. Damit das Testchart und die zugehörige Analyse für jedermann erschwinglich bleibt, haben wir uns bewusst für einen Kompromiss entschieden. Die einzelnen Testelemente werden, um die Testaufnahmen und Auswertungen der Bildqualität auf Profi-Niveau zu gewährleisten, im Ausbelichtungs-Verfahren hergestellt. Da die visuellen Elemente, der Hintergrund sowie die Hilfslinien keinen Einfluss auf die Analyse und die damit verbundenen Messergebnisse nehmen, haben wir uns seitens des Posters für das kostengünstigere Offset-Druckverfahren entschieden. Bedingt durch beiden unterschiedlichen Verfahren, kann es zu geringen Farbabweichungen kommen, welche sich aber innerhalb des Toleranzbereichs bewegen.

Wofür wird der Siemensstern gebraucht?

Mit dem Siemensstern wird das Kontrastverhalten und damit die Auflösung eines Kamerasystems ermittelt. Das Testmuster besteht aus sich abwechselnden weißen und schwarzen Segmenten, die zum Zentrum immer feiner zusammenlaufen. Die Anzahl der Schwarz-Weiß-Wechsel (Linienpaare) pro Millimeter bzw. pro Pixel ist die Ortsfrequenz (Spatial Frequency - SF).

Zur Ermittlung der Auflösung wird der Siemensstern durch ein Aufnahmesystem abgebildet. Im Idealfall würde das Bild dem Original genau entsprechen. Tatsächlich aber reduziert sich der Kontrast mit steigender Ortsfrequenz. Das bedeutet, je feiner die Linienpaare werden, desto stärker sinkt der Kontrast. Wird dieser kleiner als 10%, lassen sich zwei Linien kaum mehr voneinander unterscheiden. Die Auflösung, die sich bei diesem Grenzwert ergibt wird als Grenzauflösung bezeichnet und gibt die maximal mögliche Auflösung des Kamera-Objektiv-Systems wieder.

Da es sich bei dem Testchart um einen harmonischen Siemensstern handelt, verlaufen die Übergänge zwischen den hellen und dunklen Linien „weich“ (sinusförmig). Der Grund: bei einem harten Übergang von Schwarz auf Weiß besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es seitens der Kamera zu einer künstlichen Schärfung kommt. Um den Einfluss der Schärfung möglichst gering zu halten, ist der Übergang von Schwarz nach Weiß, bei den Siemenssternen des Testcharts harmonisch.

Unterstützung von JPG und TIFF-Aufnahmen

Bei der Auswertung der Testaufnahmen haben wir uns für die beiden Formate JPG und TIFF entschieden.
Es gibt verschiedenen Methoden eine JPG-Datei zu erzeugen. Auf der einen Seite ermöglichen Kameras die Aufnahme von JPGs. Diese Bilder basieren auf der kamerainternen Verarbeitung der Rohdaten und spiegeln die Charakteristik der Kamera wieder. Auf der anderen Seite können Fotografen mittels eines Bildbearbeitungsprogramms, RAW-Daten in JPG-Dateien umwandeln. Die Bewertung der Bildqualität ist dabei kaum von den kamerainternen Optimierungen betroffen.

Allgemein beinhaltet das JPEG-Verfahren verschiedene Methoden der Datenkompression. Diese Kompression führt nicht automatisch zu einem hohen Qualitätsverlust. Der Datenverlust variiert abhängig von der gewählten Kompressionsmethode.

Viele Kameras bieten unterschiedliche Komprimierungsstufen in Form der Qualitätseinstellung, wie „Fine“ oder „Normal“, an. Wird eine hohe Qualität gewählt, fällt die Datenreduzierung und der damit verbundene Datenverlust gering aus. Je niedriger die Bildqualität gewählt wird, desto stärker wird die Aufnahme komprimiert. Da die Kapazität von Datenspeichern zu Beginn der Digitalfotografie noch recht gering ausfiel, erlaubten höhere Kompressionen mehr Bilder auf einem Speichermedium zu sichern. Durch die technische Weiterentwicklung bieten Speicherkarten nun deutlich mehr Platz. Damit kann auf hohe Kompressionen weitestgehend verzichtet werden und die höchste Qualität gewählt werden.

Neben JPG-Aufnahmen wird zudem die Analyse von 8-Bit/16-Bit TIFF Aufnahmen unterstützt.

RAW Daten

Grundsätzlich schließen wir Testaufnahmen im RAW-Format nicht aus. Rohdaten enthalten jedoch noch keine explizite Zuordnung in Bezug auf den Weißabgleich und damit die Farbe, die Helligkeit und andere Parameter. Sie enthalten lediglich grundlegende Informationen, die für die Testauswertung in ein entsprechendes Format gewandelt werden müssen. Es existieren verschiedene Bildbearbeitungsprogramme, die es erlauben die RAW-Aufnahme in ein gängiges Format, wie das Tiff-Format (.tif, .jpg), zu entwickeln. Neben der Zuordnung zu einem Farbraum können über weitere Einstellungen, beispielsweise Tonwert oder Schärfe, angepasst werden.

JPG bevorzugt

Eine qualitative Beurteilung und ein Vergleich der Testaufnahmen gestaltet sich schwierig, da das Ergebnis von der Art und Weise der RAW-Entwicklung abhängig ist und durch verschiedenen Faktoren beeinflusst werden könnte. Damit eine möglichst unverfälschte Aussage über die Qualität getroffen werden kann, sollten die Rohdaten weitestgehend verlustfrei in ein JPG-Format (sRGB) höchster Qualität gewandelt werden. Hierbei ist der Datenverlust äußerst gering und die Bildqualität unterscheidet sich kaum zu der einer entwickelten TIFF-Aufnahme. Zur Veranschaulichung nehmen wir ein Testbild, das im Rohformat aufgezeichnet wurde. Zum Vergleich konzentrieren wir uns auf den zentralen Siemensstern.

Sie können die Bilder hier herunterladen.

Das erste Bild wurde in eine JPG-Datei "höchster Qualität" umgewandelt. Das zweite Bild wurde als verlustfreie 8-Bit-TIFF-Format entwickelt. Wie Sie sehen können, ist die Wiedergabe der feinen Details nahezu identisch. Auch die analysierten Ergebnisse unterscheiden sich kaum voneinander. Basierend auf der Nyquist-Frequenz der Kamera, erreichen beide Bilder über 83,6 % (Mitte) der möglichen Auflösung, was beweist, dass die konvertierten JPG-Bilder auf dem qualitativen Niveau der TIFF-Bilder liegen. Solange die JPG-Komprimierung auf „high Quality" oder 100 % eingestellt, sind hohe Qualitätsverluste zwischen TIFF und JPG nicht zu erwarten. Darüber hinaus erweist sich die geringere JPG Datengröße beim Upload als vorteilhafter.

RAW-Konvertierung

Um RAW-Daten zu analysieren, bitten wir Sie diese in JPG oder TIFF-Aufnahmen umzuwandeln.
Bitte vermeiden Sie bei der RAW-Entwicklung zusätzliche Bildoptimierungen oder Anpassungen und wählen Sie den sRBG-Farbraum. Bei der Entwicklung in das JPG-Format, nutzen Sie bitte die geringste Kompression, also höchste Qualität.
Diese Anforderungen bilden den Schlüssel für eine gute Beurteilung der Bildqualität.

Teste
Dein
Kamerasystem
zu Hause

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Teste dein Kamerasystem mit diesem einmaligen Testposter und der Webanwendung zur Auswertung.

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